Seit August 2024 streiten sich drei ehemalige Mitarbeiterinnen und VegaNana um tausende Euro an ausstehenden Löhnen (mehr Infos: https://priamaakcia.sk/tag/veganana). In den kommenden Wochen werden wir eine Artikelserie mit den neuesten Entwicklungen zu diesem Streit veröffentlichen. Beginnen wir mit dem in Wien ansässigen Unternehmen GlutenFreeX (oder VeganX), das VegaNana in der Vergangenheit maßgeblich unterstützt und gegen unsere Gewerkschaft sowie die ehemaligen Mitarbeiterinnen vorgegangen ist. Im vergangenen Jahr, so heißt es, habe VegaNana die Geschäftsbeziehung zu dem Unternehmen beendet.
MITTEILUNG
Am 27. Oktober 2025 erhielten wir eine E‑Mail von den Eigentümern von GlutenFreeX/VeganX, in der sie mitteilten, dass Alexandra Podhorová - Veganana (de jure Rechtsträger, der für die geschuldeten Löhne verantwortlich ist) ihre Geschäftsbeziehung mit ihnen beendet habe, weil:
„es für sie nicht rentabel war, uns als ihren einzigen B2B‑Kunden zu beliefern, und VEGANX und GLUTENFREEEX ihrer Preiserhöhung um 20 % nicht zugestimmt haben.
Um die Situation zu überprüfen, haben wir die Produkte auf den Websites von GlutenFreeX und VeganX kontrolliert und festgestellt, dass Bilder von VegaNana‑Torten weiterhin dort vorhanden sind. Anders sieht es im Laden in der Nussdorferstraße 43 aus. Dort sind die VegaNana‑Produkte tatsächlich aus dem Sortiment verschwunden, und das Unternehmen hat nun einen neuen Lieferanten (ebenfalls aus der Slowakei). Wir möchten jedoch auf etwas anderes aufmerksam machen.
ALS OB NICHTS GESCHEHEN WÄRE
Die E-Mail der Inhaber von GlutenFreeX/VeganX fuhr fort:
„Da Ihre Anfrage erfüllt wurde, möchten wir Sie bitten, alle Artikel über uns von Ihren Websites, Facebook und Google Maps zu löschen.“
So haben wir geantwortet:
Hallo,
die Website priamaakcia.sk dient journalistischen Zwecken, und Artikel werden von ihr nicht gelöscht.
Wir haben keinen Einfluss auf die Löschung von Bewertungen auf Google Maps, da diese nicht von uns stammen.
Bis zum angeblichen Ende der Kooperation zwischen „Alexandra Podhorová - Veganana“ und Ihrem Unternehmen haben Sie bewusst mit den dortigen Verantwortlichen zusammengearbeitet. Bis heute haben Sie keine kritischen Äußerungen dazu gemacht, dass VegaNana ehemaligen Mitarbeiterinnen Löhne in Höhe von Tausenden von Euro schuldet. Im Gegenteil, Sie haben diese wiederholt psychisch schikaniert, falsche Anschuldigungen gegen sie erhoben und ihnen gedroht.
Darüber hinaus geht aus Ihrer Erklärung klar hervor, dass Sie dem angeblichen Ende der Geschäftsbeziehung ausschließlich aus wirtschaftlichen, nicht aus moralischen Gründen zugestimmt haben.
Abgesehen von den oben genannten Fakten hat Ihre Erklärung für uns journalistischen Wert, und daher sind wir bereit, eine versöhnliche Geste zu machen und werden in einem unserer Artikel die Information veröffentlichen, dass Sie angeblich nicht mehr mit „Alexandra Podhorová - Veganana“ zusammenarbeiten.
Sollte sich bestätigen, dass Ihre Zusammenarbeit mit VegaNana fortbesteht, und sollten Sie Ihre Angriffe gegen die drei ehemaligen Mitarbeiterinnen von VegaNana oder die Gewerkschaft Priama Akcia fortsetzen, werden wir gezwungen sein, entsprechend zu reagieren.
Die Eigentümer von GlutenFreeX/VeganX antworteten mit zwei Sätzen – sie dankten uns für unsere Antwort und bekräftigten, dass wir das Ende ihrer Kooperation erwähnen sollten. Sie entschuldigten sich weder für ihr vorheriges Verhalten, noch zeigten sie Reue.
EINE GESCHICHTE VON LÜGEN
In der Vergangenheit haben die Eigentümer von GlutenFreeX/VeganX wiederholt nicht nur ehemalige VegaNana Mitarbeiterinnen, sondern auch unsere Gewerkschaft angegriffen. Wir haben ihre Praktiken bereits in dem Artikel „GlutenFreeX benutzt gefälschte Unterlagen, um ehemalige Mitarbeiterinnen von VegaNana einzuschüchtern!“ thematisiert. Hier sind die wichtigsten Punkte:
· Sie drohten ehemaligen VegaNana Mitarbeiterinnen mit Strafanzeigen und möglicher Haft, weil wir auf die Praktiken von VegaNana hingewiesen hatten.
· Sie fälschten die Kommunikation mit unserer Gewerkschaft.
· In den sozialen Medien haben sie Behauptungen erfunden, wir seien eine „illegale“ und „extremistische“ Organisation, die „bei der Kriminalpolizei in Slowakei in der Sektion Terrorismus eingestuft ist“.
· Sie logen, dass wir „bedrohen“ sie „fyzisch“ hätten und dass wir „von einem der Konkurrenten von VegaNana finanziert“ würden.
· Sie diffamierten uns mit Behauptungen, wir seien der „slowakische KuKluxKlan“.
· Sie äußerten fremdenfeindliche Behauptungen und bezeichneten die kritischen Bewertungen auf Google Maps als „Ostblock Mafia Taktiken“.
Wir haben auch nicht vergessen, dass sie kurz nach Beginn des Streits über eine Kooperation mit VegaNana gelogen haben – siehe zum Beispiel die E-Mail vom 24.. Oktober 2024 im Artikel „Warum wir GlutenFreeX und VegaNana nicht belohnt haben - Pressemitteilung von St. Nikolaus, dem Teufel und Krampus“ und später in ihrer Kommunikation mit dem Sekretariat der Internationalen Arbeiter*innen Assoziation weiter gelogen haben. Hier ein Auszug aus einer E-Mail eines Mitglieds des IWA Sekretariats vom 22..Dezember 2024:
„(...) Wir haben beschlossen, uns den Mitarbeiterinnen und der Priama Akcia Gewerkschaft anzuschließen, um nicht nur diese Tatsachen öffentlich zu machen, sondern euch aufgrund Ihrer inakzeptablen Handlungen auch als Einzelpersonen und als Unternehmen zu kritisieren. Darüber hinaus wird die Internationale Arbeiter*innen Assoziation den Mitarbeiterinnen und Priama Akcia jede notwendige Unterstützung leisten, sowohl finanzieller als auch rechtlicher Art, falls ihr weiterhin lächerliche Verleumdungen gegen sie verbreiten und die Mitarbeiterinnen weiterhin schikanieren. Wir haben sicherlich keine Angst vor euren haltlosen Drohungen, da ihr euch vor den Augen der ganzen Welt immer wieder als Mobber bloßstellen. Ein solches Gehabe wird euch nicht den gewünschten Effekt bringen, sondern könnte sich eher gegen euch wenden.
Vielleicht solltet ihr euren eigenen Rat befolgen und überdenken, ob der Einsatz von Drohungen, gefälschten Dokumenten und euren Engagement für einen zwielichtigen Geschäftspartner den Ärger wirklich wert ist.“
Die Eigentümer antworteten am 23. Dezember 2024 und bestritten erneut jegliche Kooperation:
„(...) Wir arbeiten nicht mit einer Frau namens Katarína Podhorová zusammen. Sie hat in der Vergangenheit einige Kuchen für uns gebacken, dann aber aufgehört, für uns zu produzieren, und ist verschwunden. (...)“
Trotz dieser Aussage erschien einen Monat später ein Werbevideo mit einer Torte von Katarína Podhorová (der Konditorin, die de facto für die ausstehenden Löhne verantwortlich ist) auf dem Instagram-Account von VeganX. Es handelte sich um denselben Kuchen, den sie am selben Tag auf ihrem eigenen Instagram-Account gepostet hatte. In den folgenden Monaten bewarben sie ihre Produkte weiterhin, und im April 2025 hatten wir die Gelegenheit, persönlich mit einem Mitarbeiter zu sprechen, der bei Katarína Podhorová Kuchen für GlutenFreeX/VeganX abholte.
Der eigenartige Kommunikationsstil der Geschäftsinhaber zeigt sich auch auf Google Maps in den Kommentaren zu Ein- und Zwei-Sterne-Bewertungen hier https://maps.app.goo.gl/1s9diEwx3TPpEkq16 und hier https://maps.app.goo.gl/aqGv3URFLwL17hxf9. Manchmal bearbeiten sie die Kommentare nach einiger Zeit und mildern sie ab, aber sie sind dennoch lesenswert.
WIR WISSEN, WO WIR NICHT EINKAUFEN SOLLTEN
GlutenFreeX/VeganX ist nach wie vor in Betrieb, angeblich ohne Produkte von VegaNana. Unabhängig davon, ob dies wahr ist oder nicht, ist es ein Paradebeispiel für einen Ansatz, der unserer Ansicht nach nichts mit dem grundlegenden ethischen Prinzip des Veganismus – der Nicht-Ausbeutung – zu tun hat (wir haben diesen Aspekt bereits im Artikel „Aktuelles zum Streit mit VegaNana über unbezahlte Löhne“ erwähnt).
GlutenFreeX/VeganX haben gezeigt, dass sie die ganze Zeit nur an sich selbst und ihr Geschäft gedacht haben. Wir hoffen, dass ihre Mitarbeiter*innen nicht dieselbe Behandlung erfahren, die wir erlebt haben. Sollte dies doch der Fall sein, lautet unsere Botschaft: Wenn ihr euch wehren wollt, wendet euch an das Wiener ArbeiterInnen-Syndikat, die österreichische Sektion der Internationalen Arbeiter*innen Assoziation.
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Im zweiten Artikel der kommenden Serie wechseln wir von Wien nach Bratislava und konzentrieren uns auf die aktuellen Aktivitäten von Personen, die bei VegaNana engagiert sind.
Priama Akcia